{"id":3327,"date":"2023-01-05T16:11:00","date_gmt":"2023-01-05T15:11:00","guid":{"rendered":"https:\/\/elisabethkufferath.de\/?page_id=3327"},"modified":"2023-05-30T12:09:56","modified_gmt":"2023-05-30T10:09:56","slug":"jede-musik-ist-zeitgenoessisch","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/elisabethkufferath.de\/en\/jede-musik-ist-zeitgenoessisch\/","title":{"rendered":"Jede Musik ist zeitgen\u00f6ssisch"},"content":{"rendered":"<p>[vc_row content_type=&#8221;small&#8221; background_image=&#8221;0&#8243;][vc_column][vc_column_text]<\/p>\n<p dir=\"auto\" style=\"text-align: center;\"><strong><em>text currently only available in German\u00a0<\/em><\/strong><\/p>\n<h1 dir=\"auto\">Jede Musik ist zeitgen\u00f6ssisch<\/h1>\n<h3 dir=\"auto\"><span class=\"s4\">Ein Pl\u00e4doyer f\u00fcr\u00a0<\/span><span class=\"s4\">die Neugierde auf Neues<\/span><\/h3>\n<p dir=\"auto\"><strong><span class=\"s6\">Von Elisabeth\u00a0<\/span><span class=\"s6\">Kufferath<\/span><\/strong><\/p>\n<p dir=\"auto\"><strong>Essay aus dem Buch: <a href=\"https:\/\/bergundfeierabend.de\/es-ist-das-leben\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eEs ist das Leben!\u201c <\/a>(Berg&amp;Feierabend Verlag)<\/strong><\/p>\n<p dir=\"auto\">&#8220;Zeitgen\u00f6ssische Musik&#8221; ist die jeweils letzte Epoche in der langen Geschichte der Musik. Sie ist f\u00fcr mich deshalb keineswegs abgetrennt von der \u00e4lteren Musik, sondern das Ergebnis einer organischen Entwicklung aus dem Reichtum der \u00fcber die Jahrhunderte komponierten Werke. Mit dieser Grundannahme gehe ich deshalb an den erz\u00e4hlerischen und emotionalen Inhalt einer Solosonate von Zimmermann genauso heran wie an eine Bach-Partita.<\/p>\n<div dir=\"auto\">\n<p>F\u00fcr mich ist Musik von allen K\u00fcnsten die pers\u00f6nlichste, die mich am meisten bewegt. Mich fasziniert Musik gleich welcher Epoche, zu der ich einen emotionalen Zugang finde, die \u00fcber uns Menschen erz\u00e4hlt, \u00fcber das, was wir wissen, f\u00fchlen oder nur erahnen k\u00f6nnen. Bernd Alois Zimmermann hat es in sehr sch\u00f6nen Worten dem Urauff\u00fchrenden seiner Sonate f\u00fcr Viola mit auf den Weg gegeben; seine inspirierenden Worte begleiten mich bei meiner Arbeit:<br \/>\n\u201cEs w\u00e4re mein Wunsch, wenn (\u2026) Sie sich \u00fcber das rein Technische hinaus mit dem St\u00fcck so befassen w\u00fcrden, dass Sie tats\u00e4chlich hinter jedem einzelnen Ton eine Welt von Gedanken finden. In der Solosonate werden musikalische Gedanken zum Ausdruck gebracht, die \u00fcber die Grundtatsachen des menschlichen Lebens nachsinnen, Geburt und Tod, Werden und Vergehen, und \u00fcber die Liebe, und \u00fcber all das, was ein Menschenherz bewegt.\u201d<br \/>\nAls Kind dachte ich, Mozart, Bach, Brahms und Co. seien keine Menschen gewesen, und man h\u00e4tte die Personen zur Musik nur dazuerfunden, um die unbegreiflich sch\u00f6ne Musik f\u00fcr die Menschen verst\u00e4ndlicher zu machen. Dieser Gedanke gefiel mir, war aber unter anderem besonders deshalb absurd, weil Brahms leibhaftig im Oldenburger Haus meiner Urgro\u00dfeltern zu Besuch gewesen war.<br \/>\nVon meinen zwei wichtigen Lehrern bekam ich elementare Anleitungen zum Erlernen eines Musikst\u00fcckes:<br \/>\nF\u00fcr Uwe-Martin Haiberg war das akribisch genaue Lesen des Textes h\u00f6chstes Gebot, alle Anweisungen in den Noten waren w\u00f6rtlich genau zu nehmen. Wenn etwas un\u00fcberwindlich schwierig oder widerspr\u00fcchlich schien, wies er mich einfach an, weiter zu \u00fcben und nach L\u00f6sungen zu suchen.<br \/>\nDonald Weilerstein lehrte mich, als Interpretin eine sehr gute Psychologin zu sein, die sich in den Kopf des Komponisten hineinversetzen und die emotionale und spirituelle Aussage zwischen den Zeilen, hinter den Noten lesen und ausdr\u00fccken kann.<br \/>\nObwohl ich im Geigenunterricht fast nie j\u00fcngere Musik als die Zweite Wiener Schule oder Bart\u00f3k erarbeitet habe, sind diese beiden Schl\u00fcssel zum Inneren eines Werkes f\u00fcr mich gerade auch beim Erlernen von ganz Neuer Musik die wichtigsten Hilfestellungen. Wenn ich ein neues St\u00fcck in den H\u00e4nden halte, kann ich mich nicht auf etablierte Traditionen berufen. Ich muss und darf mir den Text aus meiner eigenen inneren Kraft erschlie\u00dfen.<\/p>\n<p><strong>Berio als Initialz\u00fcndung<\/strong><br \/>\nEin St\u00fcck, das mir fr\u00fch in die Finger gekommen ist und das bis heute auf mich eine gro\u00dfe Faszination aus\u00fcbt, ist die \u201eSequenza VIII\u201c von Luciano Berio. Dirk Nabering, der damalige Intendant der Berliner Festspiele, hatte mich mit dem St\u00fcck engagiert. Die \u201eSequenza\u201c zu erarbeiten, gab mir R\u00e4tsel auf und f\u00fchrte mich an expressive und technische Grenzen und dar\u00fcber hinaus. Und nach der Erarbeitung war es eine Schl\u00fcsselerfahrung f\u00fcr mich, auf der B\u00fchne diese spannende Musik zu kommunizieren, die bei aller extremen Ausdrucksweise und virtuosen Technik in jedem Moment eine emotionale Aussage hat. Theatralisch, w\u00fctend, zart und verr\u00fcckt ist sie \u2013 und all das ist von einer einzelnen Person auf der B\u00fchne zu erz\u00e4hlen. Mit diesem Gef\u00fchl, dieser Rolle habe ich mich stark identifiziert, und es wurde langfristig die Keimzelle vieler meiner musikalischen Projekte.<\/p>\n<p>Aus der Gegen\u00fcberstellung der beiden Sequenzen von Berio f\u00fcr die beiden Instrumente, die ich spiele, sind auch meine Soloalben \u201eLibero, fragile\u201c und \u201eTwo\u201c entstanden, in denen ich jeweils Werke f\u00fcr Geige und Bratsche von Klassikern der Moderne und von lebenden Komponisten gegen\u00fcber- stelle.<br \/>\nWenn ich ein neues Musikst\u00fcck lerne, suche ich von Anfang an eine emotionale Verbindung. Ich muss mich von der Musik bewegen lassen, um sie kommunizieren zu k\u00f6nnen. Unter den vielen modernen Solowerken f\u00fcr Geige oder Bratsche f\u00fchle ich mich instinktiv am meisten zu den St\u00fccken hingezogen, die f\u00fcr die nat\u00fcrlichen, diesen Instrumenten innewohnenden Qualit\u00e4ten gut geschrieben sind, die singen, sinnliche Tonm\u00f6glichkeiten haben, Virtuosit\u00e4t, Farbigkeit \u2026<br \/>\nThorsten Encke beispielsweise hat eine gro\u00dfe Klangphantasie. Seine raffinierten erweiterten Techniken erscheinen oft als Fortsetzungen oder Erweiterung eines musikalischen Gedankens, wenn ihm die konventionellen Spielweisen nicht mehr ausreichen. So wirken sie ganz nat\u00fcrlich in seiner Musik.<\/p>\n<p><strong>Ann\u00e4herungen<\/strong><br \/>\nManchmal ist es anfangs schwierig, den Text, die Art, wie der Komponist seine innere Musik notiert hat, zu \u00fcbersetzen. Es hilft, eine sinnliche Lust zu haben, das St\u00fcck zu spielen! Ich arbeite dabei gleichsam von innen nach au\u00dfen: Am Anfang steht die Besch\u00e4ftigung mit den Informationen, die im Text stehen, mit allen Details, die man in den Noten lesen kann. Ich versuche dann allm\u00e4hlich, hinter die T\u00f6ne zu h\u00f6ren, also den Gedanken, das Gef\u00fchl hinter der Notation zu ersp\u00fcren. Und schlie\u00dflich kommen meine eigene Fantasie und Inspiration dazu, um zu meiner Interpretation zu finden.<br \/>\nAls Interpretin f\u00fchre ich einen bereits in Gang gesetzten Prozess fort: Zuerst h\u00f6rt der Komponist et- was in seiner inneren Vorstellung, das er dann in der Sprache der Musik m\u00f6glichst nah an seiner idealen Vorstellung aufschreibt. Das Notierte bekommt der Interpret in die H\u00e4nde, der nach besten Kr\u00e4ften nachvollzieht, was zwischen innerem H\u00f6ren und \u00e4u\u00dferem Notieren gesagt werden soll. F\u00fcr viele KomponistInnen ist der Austausch mit den Interpreten deshalb sehr wichtig und auf- schlussreich. In der Kommunikation mit den H\u00f6rerInnen findet eine weitere Verwandlung statt. Als Interpretin ist es meine Aufgabe, die Essenz, die inhaltliche, emotionale und spirituelle Aussage des Werkes so zu erz\u00e4hlen, dass sie meine H\u00f6rer erreicht.<br \/>\nDiese Kommunikation mit dem Publikum ist besonders spannend, weil sie nicht vorherzusagen ist und sich in jeder Konzertsituation neu ergibt. Einige Faktoren sind vorher klar, wie der Raum, die Tageszeit oder der Kontext; ob es ein Konzert in einer Reihe ist oder ein Festival oder ein eher privater Rahmen.<br \/>\nAndere Faktoren kenne ich vorher nicht: Wie ist die Stimmung, das Wetter, welche Geschichten bringen die Zuh\u00f6rer mit ins Konzert, oder was l\u00e4uft auch bei mir selbst ab? Bach zum Beispiel hat oftmals etwas von einem Gebet. Wenn jemand gerade sehr aufgew\u00fchlt ist durch etwas in seinem Leben, kann das bei ihm oder ihr sehr viel ausl\u00f6sen, sowohl trostreich wirken als auch zum Weinen bringen.<br \/>\nManchmal sind alle aber auch so in Anspruch genommen durch allt\u00e4glichen Trubel, dass gar nicht mehr genug Freiraum in den K\u00f6pfen ist, um sich in die Musik zu versenken. Wenn das dann aber \u00fcberraschend doch gelingt, kann es sehr tiefe Erlebnisse mit sich bringen. Beim Spielen kann man so etwas durchaus sp\u00fcren, und es beeinflusst das Spielen auch.<br \/>\nDies sind alles Gedanken, die mir bei der Arbeit an jedem guten Musikst\u00fcck sehr wichtig sind.<\/p>\n<p>Vom Gl\u00fcck der Zusammenarbeit mit lebenden Komponisten<br \/>\nLebt der Komponist oder die Komponistin, dann habe ich oft das gro\u00dfe Gl\u00fcck und Geschenk, dass ich mit ihr oder ihm in Kontakt treten kann, Fragen stellen, Antworten erhalten, mich austauschen. Ich kann gemeinsam mit dem Komponisten direkt an die Quelle gehen, an die faszinierende Schnitt- stelle zwischen Erschaffen einerseits und Nachschaffen, Interpretieren andererseits. Solche Zusammenarbeit hat es immer gegeben; ber\u00fchmte Beispiele waren Ludwig van Beethoven und Ignaz Schuppanzigh oder Johannes Brahms und Joseph Joachim.<br \/>\nIn der konkreten Arbeit mit Komponisten an deren St\u00fccken finde ich spannend, wie unterschiedlich der Austausch abl\u00e4uft. Mit Peter E\u00f6tv\u00f6s habe ich zum Beispiel schon mehrmals stundenlang an seinem achtmin\u00fctigen Geigensolo &#8220;A Call&#8221; gefeilt, an Phrasierung, Artikulation und Farbe ungef\u00e4hr jeden Tones, Tempo, Verst\u00e4ndnis der Harmonik, geistiger Haltung, bevor ich es aufgenommen habe. Daraus habe ich unglaublich viel \u00fcber das St\u00fcck gelernt, aber auch dar\u00fcber, was er in seiner Musik h\u00f6rt und wie er Musik \u00fcberhaupt h\u00f6rt. Auch mit Geoffrey Gordon habe ich viel an den musikalischen Gesten in seinen St\u00fccken gearbeitet, an dynamischen Kontrasten oder am Timing der \u00dcberg\u00e4nge.<\/p>\n<p>Jan M\u00fcller-Wieland hat mir hingegen volle Freiheit gegeben \u2013 das St\u00fcck ist geschrieben, jetzt spiele es mit deiner Ausdruckskraft!<\/p>\n<p>Im Februar 2022, zwei Wochen vor seinem 96. Geburtstag, durfte ich Gy\u00f6rgy Kurt\u00e1g pers\u00f6nlich kennenlernen. Ich hatte einige St\u00fccke aus seinen \u201eSigns, Games and Messages\u201c vorbereitet, aber w\u00e4hrend ich im Corner Room des Budapest Music Centers auf ihn wartete, spielte ich mich mit ein bisschen Bach ein und merkte dar\u00fcber nicht, dass er in seinem Rollstuhl hineingeschoben wurde und pl\u00f6tzlich direkt neben mir war. Er wurde dann zum Klavier gebracht und spielte mir den ganzen Satz auswendig vor, den ich gerade ge\u00fcbt hatte, das Largo aus der C-Dur-Solosonate, eine \u201eganz bezaubernde Musik\u201c, wie er sagte, und ein gro\u00dfes Lieblingsst\u00fcck von ihm. Er wollte dann unbedingt auch Bach mit mir machen. Wir haben an zwei Tagen fast acht Stunden lang zuerst an seiner Musik und dann an Bachs Ciaccona und Teilen der C-Dur Sonate gearbeitet. Ich werde diese Stunden nie vergessen, sein vollkommenes Einssein mit der Musik, seine unvorstellbare Bildung, aber auch seinen scharfen und gleichzeitig liebevollen Blick auf meine musikalische Pers\u00f6nlichkeit, meine St\u00e4rken und Schw\u00e4chen. An dem kleinen St\u00fcck f\u00fcr Eberhard Feltz, das ich ihm vorgespielt hatte, hat er w\u00e4hrend der gemeinsamen Arbeit an zwei Stellen \u00c4nderungen gemacht, die ich jetzt in seiner Handschrift mit Kugelschreiber in meiner Kopie stehen habe. Ein kleines St\u00fcckchen Geschichte!<\/p>\n<p>Ich werde oft gefragt, wie es ist, wenn ein Komponist ein St\u00fcck f\u00fcr mich schreibt. Wie klingt ein St\u00fcck, das f\u00fcr mich geschrieben ist? H\u00f6re ich mich darin? H\u00f6rt die Komponistin mich darin? Die Inspiration kann auf einer vorausgegangenen Zusammenarbeit beruhen, oder vielleicht hat der Komponist mich mit anderer Musik im Konzert oder auf Aufnahmen erlebt. Dann steckt sicher etwas von meiner Art zu spielen und Musik zu kommunizieren darin. Moritz Eggert hatte zum Beispiel eine genaue Vorstellung von dem Klang und der Intensit\u00e4t, die sein Violinbratschenkonzert \u201ePromethea\u201c f\u00fcr mich haben sollte.<\/p>\n<p><strong>Musikgeschichten<\/strong><br \/>\nIm weiteren Sinne sehe ich mich als eine Geschichtenerz\u00e4hlerin. Menschen haben immer Geschichten erz\u00e4hlt. Die Musikgeschichten, die ich weitererz\u00e4hlen darf, oder auch die, die ich zum ersten Mal erz\u00e4hlen darf, werden ein Teil dieses Schatzes an Geschichten von Menschen \u00fcber Menschen. Welche Geschichten Bestand haben, entscheiden die Generationen nach uns. Auch Beethoven hat zeitgen\u00f6ssische Musik geschrieben, und seine Gro\u00dfe Fuge wurde anfangs f\u00fcr \u201eunverst\u00e4ndlich\u201c und \u201cChinesisch\u201d erkl\u00e4rt. Strawinskys Ballettmusik \u201eLe Sacre du Printemps\u201c l\u00f6ste bei ihrer Urauff\u00fchrung einen Skandal aus; heute sind beide bewunderte und geliebte Meisterwerke.<br \/>\nDa empfinde ich es schon als gro\u00dfe Verantwortung, einem neuen Werk die bestm\u00f6glichen Startchancen zu geben, indem ich es mit gr\u00f6\u00dftem Ernst und innerer Leidenschaft vorbereite.<br \/>\nAn vielen Musikhochschulen kann man immer noch fast ohne Musik jenseits der Zweiten Wiener Schule durchs Studium kommen. Das ist teilweise auch verst\u00e4ndlich, weil das Standardrepertoire so gro\u00df und sch\u00f6n ist und die Geigentechnik sehr komplex. Auch bei Probespielen wird \u00fcberwiegend klassisch-romantisches Repertoire abgefragt. Ich bin gl\u00fccklich dar\u00fcber, dass viele meiner Studierenden sehr aufgeschlossen sind und bei den spannenden Neue Musik-Projekten der Hochschule mitwirken. Manche spielen sogar die Solost\u00fccke (von E\u00f6tv\u00f6s, Schachtner, Zimmermann, Kurt\u00e1g), die ich spiele.<br \/>\nIn der Literatur, Architektur oder Malerei ist es ganz selbstverst\u00e4ndlich, dass die Menschen sich f\u00fcr die Gegenwart interessieren, das Neue spannend finden. Wenn ein spektakul\u00e4res Geb\u00e4ude entsteht wie etwa die Elbphilharmonie, dann sind alle gespannt darauf und voller Erwartungen. Nat\u00fcrlich gibt es auch Kritikpunkte und Einw\u00e4nde, aber gleichg\u00fcltig l\u00e4sst das kaum jemanden. In der klassischen Musik dagegen will man vor allem die altvertrauten, bew\u00e4hrten Werke immer wieder h\u00f6ren. Sie sind nat\u00fcrlich gro\u00dfartig. Aber wenn wir die zeitgen\u00f6ssische Musik als Teil eines gro\u00dfen Kontinuums empfinden, befruchtet sich das H\u00f6ren von \u00e4lterer neben neuerer Musik in beide Richtungen und bereichert das Verst\u00e4ndnis und H\u00f6rerlebnis.<br \/>\nEs ist mir ein Herzenswunsch, dass die zeitgen\u00f6ssische Musik wieder ein selbstverst\u00e4ndlicher Bestandteil des Musiklebens wird, dass wir auf eine Urauff\u00fchrung so neugierig sind wie auf einen neuen Film oder ein neues Geb\u00e4ude!<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Dieser Text ist in Gespr\u00e4chen mit der Musik-Autorin Kaja Engel entstanden.<\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Essay aus dem Buch: <strong>\u201eEs ist das Leben!\u201c <\/strong><br \/>\nVer\u00f6ffentlicht 2022 bei <a href=\"https:\/\/bergundfeierabend.de\/es-ist-das-leben\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Berg &amp; Feierabend<\/a><br \/>\nHerausgeber: Hamburgische Vereinigung von Freunden der Kammermusik, Hartmann Ludwig[\/vc_column_text]<div class='wolf-single-image text-left hover-none default'><a href='https:\/\/bergundfeierabend.de\/es-ist-das-leben\/' target='_blank'><img src='https:\/\/elisabethkufferath.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/bergundfeierabend_mockup_kammermusik_gross-853x1024-1-250x300.png' alt=''  class=''><\/a><\/div><span class='button-container'><a  class='wolf-button medium square icon_after accent-color' href='https:\/\/elisabethkufferath.de\/en\/category\/presse\/interviews\/' target='_self'>&lt;-- back<\/a><\/span>[\/vc_column][\/vc_row]<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row content_type=&#8221;small&#8221; 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